Am 30. September 2026 stand an der Oberschule "Ehm Welk" Lübbenau/Spreewald ein besonderer Projekttag unter dem Titel „In Echt? – Virtuelle Begegnung mit NS-Zeitzeug:innen“ auf dem Plan, eingeladen und durchgeführt von der Brandenburgischen Gesellschaft für Kultur und Geschichte gGmbH, vermittelt von Michael Hensel von der Lübbenaubrücke. Um dem zentralen schulischen Bildungsauftrag – junge Menschen für Demokratie zu sensibilisieren, gegen das Vergessen einzustehen und die Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus wachzuhalten – auf moderne Weise gerecht zu werden, nahm die Schule dieses innovative Workshop-Format gern an.
Da es kaum noch lebende Zeitzeuginnen und Zeitzeugen gibt, die aus erster Hand von den Schrecken der NS-Zeit berichten können, bot die virtuelle Realität (VR) hier eine einzigartige Option. Ausgestattet mit VR-Brillen und Tablets konnten Neunt- und Zehntklässler in immersive Welten eintauchen und den Erzählungen von Überlebenden wie Ruth Winkelmann lauschen. Die Darstellungen und Interviews vermittelten das Gefühl einer echten, persönlichen Begegnung.
Die Jugendlichen zeigten sich während des gesamten Parcours äußerst engagiert, konzentriert und merklich bedenklich gestimmt ob der tiefen Eindrücke und Erfahrungen. Der Blick in die Biografien, die Auseinandersetzung mit der NS-Literatur und die technischen Stationen machten deutlich, wie nah das Leid von damals und die Verantwortung von heute beieinanderliegen.
Am Ende waren sich alle einig: Dieses Projekt hat gezeigt, dass moderne Medien wie VR neue Wege öffnen, um Geschichte lebendig zu machen – damit sich die dunkelsten Kapitel unserer Vergangenheit niemals wiederholen.
(Bilder und Text: Felix Schulte)